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Beginn eines Arbeitsaufenthaltes

Die ersten Schritte in England

Endlich los!

Ich freute mich sehr auf den lang erwarteten Tag meiner Abreise. Vor Beginn meines ersten Kurses in London, bin ich noch zwei Wochen nach Paignton, Devon an die englische Riviera gefahren. Ich hatte im Jahr zuvor einen Sprachkurs in Paignton belegt und bei einer Gastfamilie gewohnt. Die Familie Todd war sehr nett; sie haben mich noch mal eingeladen und ich bin gerne wieder hingefahren. Die zwei Wochen sind auch wie im Flug vergangen. Ian und Thelma haben mich dann mit dem Auto nach London gebracht. So mußte ich nicht extra mit dem Zug oder dem National Express fahren.

Am Samstag, den 18. September begann mein London-Abenteuer. Devon liegt im Süden von England, und ist ungefähr vier (Auto-) Stunden von London entfernt. Wir sind morgens losgefahren und waren dann kurz nach 12 Uhr in London. Thelma und Ian hatten sich entschlossen, eine Nacht in London zu bleiben, damit wir noch etwas zusammen unternehmen konnten. Ich fand das wirklich toll. Aber zuerst mußte ich in meinem "neuen Zuhause" einchecken.

Thelma and Ian setzten mich beim Lee Abbey International Students´ Club ab, um zu ihrem Hotel zu fahren. An der Rezeption hatte ich dann das erste Problem mit Lee Abbey. Stanton, ein Amerikaner der dort arbeitete, stellte nach längerem Suchen fest, daß für mich keine Reservierung vorlag. Stanton war nicht der Schnellste, und außerdem war ich genau in der Mittagspause angekommen.
Ich mußte erst mal eine Stunde warten, bis die ganze Sache geklärt werden konnte. Nachdem ich die ganze Mittagspause gewartet hatte, kam gegen 1 Uhr Neveen, welche auch an der Rezeption arbeitete, und die Verwirrung aufklären konnte. Sie stellte fest, daß ich erst am nächsten Tag erwartet wurde. Aber mein Zimmer war Gott sei Dank schon frei. Ich konnte endlich mein Gepäck aufs Zimmer bringen. Dieses war primitiv, aber dazu später mehr. Ich habe erst einmal nur mein Gepäck abgestellt und Stacie, mit der ich mir das Zimmer teilte, kennengelernt.

Den Rest des Tages habe ich mit Ian und Thelma verbracht. Wir haben uns Geschäfte in der Oxford Street angesehen, und uns über seltsam aussehende Gestalten amüsiert, von denen man in London viele antrifft. Thelma traf fast der Schlag als sie die Londoner Preise sah. Im Vergleich zu Paignton war alles viel teurer.
Nachdem wir den ganzen Nachmittag kreuz und quer durch London gelaufen waren, und einen kurzen Stop bei Burger King eingelegt hatten, suchten wir am Abend ein chinesisches Restaurant. Aber egal wo wir hingingen, es war überall unheimlich voll. Vor dem Restaurant, das wir schließlich aussuchten, mußten wir eine halbe Stunde in der Schlange warten, bis wir einen Tisch bekamen. Den mußten wir uns dann mit einem Ehepaar teilen. Das Restaurant war so eine Art chinesisches Fast Food Restaurant mit Bedienung und das Essen schmeckte nicht sonderlich gut. Dann kam der Abschied von Ian und Thelma. Sie mußten am nächsten Morgen früh los, und ihre Kinder wieder bei den Großeltern einsammeln.

Beim Abschied hatte ich das einzige Mal Zweifel, ob ich auch das Richtige tat. Als die beiden weg waren, und ich alleine in meinem neuen-alten Zimmer saß, war das schon ein komisches Gefühl. Aber das war nur vorübergehend, und die Zweifel waren schneller verflogen als sie gekommen waren.
Ich hatte ein halbes Doppelzimmer gebucht. Meine erste Zimmergenossin war Stacie von den Bahamas. Sie war sehr nett, und hat mir sofort alles gezeigt. Sie war zwar nur einen Tag vor mir angekommen, aber sie kannte sich bei Lee Abbey schon ein bißchen aus. Ich wurde ihren neuen Freunden vorgestellt, allerdings hat sie mir auch erzählt, daß sie in einigen Tagen in ein kostengünstigeres Dreibettzimmer ohne Bad umziehen würde.

Ich hatte mich für ein Zimmer mit Bad entschieden, weil ich dachte, daß es jeden Morgen ein ziemliches Gedränge geben würde, wenn alle Studenten in die Badezimmer und Duschen auf dem Flur wollten. Im Nachhinein denke ich, es wäre gut auch ohne Bad gegangen.
An meinem ersten Morgen in London, machte ich mich nach dem Frühstück auf die Suche nach der Schule. Ich hatte nur eine grobe Wegbeschreibung und war mir nicht sicher, den Weg am folgenden ersten Schultag auf Anhieb finden zu können. Ich wollte ferner wissen, ob es zu weit zum Laufen war. Das dies der Fall war, habe ich dann sehr fix festgestellt, nachdem ich schon über eine Stunde gelaufen war und immer noch keine Schule auftauchte.

Ich war froh, daß gleich am Tag darauf die Schule anfing. Zum ersten Mal in meinem Leben, freute ich mich auf eine Schule. Der Foundation-Course der Schule zählte 30 sehr unterschiedliche Teilnehmer aus den verschiedensten Ländern, wie z. B. Japan, Schweden, Brasilien, Finnland, Frankreich, England, Deutschland und sogar Australien.
Zu den kurzen Zweifeln möchte ich noch sagen, daß ich es nie bereut habe, nach London aufgebrochen zu sein. Es war vielmehr so, daß meine Rückkehr mich eher reute. Die Zeit in London bleibt unvergeßlich. Und jedem der die Gelegenheit zu einem Auslandsaufenthalt hat, kann ich nur empfehlen, sie zu nutzen. Die Chance besteht nicht oft im Leben.

SG

jt

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