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Sport, Musik und Kultur im Wohnheim

Angebote und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung

F wie Freizeit

Ab und zu wurde in der front lounge mal ein Videofilm gezeigt. War das nicht der Fall, konnte man sich den Videorecorder kostenlos ausleihen, einen Fernseher mußte man sich aber selbst organisieren. Wer sich sportlich betätigen wollte, konnte Billiard und Tischtennis spielen, oder sich eine Cricket bzw. eine Baseballausrüstung ausleihen. Im Garten waren Ballspiele allerdings verboten. In den Regeln heißt es: "The Garden is designed, constructed and maintained as a place of beauty and rest." Kurz gesagt dort war nichts erlaubt, außer vielleicht still in der Ecke zu sitzen und die Schönheit des englischen Rasens zu bewundern. Man konnte sich schon glücklich schätzen, daß man den Garten überhaupt betreten durfte.

Für Musikstudenten waren im Keller mehrere Übungsräume und zwei Klavierzimmer. Außerdem befanden sich dort noch reguläre Doppelzimmer, und wer dort unten wohnte, wie einige meiner Freunde, durfte stundenlang dem Klang von Geigen, Flöten, usw. lauschen, selbst wenn er gar nicht wollte. Für diejenigen die das nicht aushalten konnten, oder Leute die in Dreibettzimmern wohnten gab es einen Study Room. Ein Raum in dem ständige absolute Ruhe herrschte.

Zu den unvergeßlichen Erlebnissen bei Lee Abbey zählt für mich der Feueralarm. Es war Freitagabend, das Dinner war gerade vorbei, es war so kurz nach sieben. Meine Freundin Cirami und ich waren in ihrem Zimmer, und wir hörten Musik als dieser Feueralarm losging. Wir mußten alle raus auf die Straße, und dort wurden die Namen notiert, um zu überprüfen ob alle anwesend waren. Ich wartete also in der Kälte neben dem Feuerwehrauto mit den anderen Leuten aus dem 1. Stock.
Vedna war noch nicht da. Schließlich kam sie im Nachthemd und barfuß rausgelaufen, und daß Ende Oktober/Anfang November. Es war zwar erst kurz nach sieben, aber sie mußte für eine wichtige Prüfung lernen und hatte sich schon mal umgezogen. In der Eile hat sie dann ihre Schuhe nicht gefunden, und eigentlich hat sie selten gefunden, was sie gerade suchte. Ein netter junger Mann gab ihr seine Zeitung, damit sie sich draufstellen konnte, und nicht auf dem kalten Pflaster stehen mußte.
Nachdem endlich alle draußen waren und die Namen aller notiert waren, konnten wir wieder rein. Wir mußten uns alle in der Front Lounge versammeln, und die zwei Feuerwehrmänner, die diese Feuerübung durchführten, wollten noch etwas sagen. Auf die erste Frage. "Versteht ihr auch alle Englisch?" erübrigte sich wohl jede Antwort, denn wer es nicht sprach hätte logischerweise die Frage auch nicht verstanden. "Es hat über drei Minuten gedauert bis alle draußen waren" sagte der eine Feuerwehrmann "das ist viel zu lange, wäre es ein richtiges Feuer gewesen wären jetzt fast alle tot." Na ja, was sollte man zu diesen aufbauenden Worten noch sagen?
Wirklich gut amüsiert haben wir uns dann als wir erfahren haben, daß ein Mann zurückgegangen war, um einen neuen Nachttisch zu holen, und das zu einem Zeitpunkt, als er nicht genau wußte ob es ein echtes Feuer oder nur eine Feuerübung war.

SG

jt

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