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Bei der Arbeit zählt die Geschwindigkeit
Zeit ist Geld
Umgang mit Stress
Nach dem dritten Arbeitstag bekam ich gleich meinen ersten Vortrag zu hören. Wayne erzählte mir, ich wäre viel zu langsam, das müßte alles viel schneller gehen. Zu langsam bedeute nach McDonald´s Philosophie die Kunden wären wütend, weil es so lange dauert und würden mich anschreien, und der Manager würde auch wütend und würde mich ebenfalls anschreien. Wenn aber alles schneller gehen würde, wären alle glücklich und zufrieden.
Zu meiner Verteidigung sagte ich, daß es doch erst mein dritter Tag war, ich erwähnte nicht was passieren würde, sollte ich wütend werden... Wayne erwiderte nur, gerade weil ich schon drei Mal gearbeitet habe, müßte alles schneller und besser gehen. Mir war das ziemlich egal, ob es schneller gehen mußte, ich wollte schließlich keine Lebensaufgabe daraus machen bei McDonald´s Rekorde in Schnelligkeit aufzustellen.
An das Geschrei der Manager habe ich mich schnell gewöhnt, es gehörte dazu und war bald Routine. Barry, ein anderer Manager brüllte immer von hinten: "Die Schlangen sind viel zu lang, beeilt euch mal ein bißchen da vorne", die Kunden konnten es hören, selbst draußen auf der Straße konnte man es noch hören. Das störte ihn aber nicht.
Je stressiger es wurde desto lauter schrie Barry. Als er mich das erste Mal grundlos zusammenstauchte, war ich so verdattert, daß ich gar nicht wußte wie mir geschah. Er brüllte so laut rum, daß ich schon gar nicht mehr verstand was er überhaupt von mir wollte. Ich jedenfalls wollte nur eins: Einen anderen Job. Und ich war nicht die Einzige. Die Angestellten kamen und gingen wie auf einem Bahnhof. Viele sah man nur ein Mal und dann nie wieder, niemand hielt es eine Minute länger als notwendig dort aus.
Nach den ersten Wochen wurde ich meistens abends eingeteilt, von 6 p.m. bis 11 p.m. Um diese Zeit war nie viel los, denn nachdem Harrods um sechs seine Pforten schloß, kamen keine Touristen mehr nach Knightsbridge. Barry war dann ganz friedlich, nur wenn wir ungefragt Essen mitnahmen meckerte er. Das Essen mußte am Ende des Tages wegschmissen werden.
Ein Obdachloser, der sich abends immer einen Tee kaufte, fragte mal was wir mit den Resten machen. Als ihm gesagt wurde, daß alles vernichtet wird, fragte er ob er etwas davon haben könnte. Das wurde abgelehnt mit der Begründung, daß das Essen nur eine gewisse Zeit haltbar sei. Wenn sie ihm schlechtes Essen überließen und er davon krank würde, wäre McDonald´s dran. Eine fadenscheinige Ausrede. Wir haben uns auch nicht an die Bestimmungen gehalten, und die restlichen Burger mitgenommen, aber es ist nie jemand krank geworden.
SG
jt
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