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Erfahrungen und Anekdoten

Nettes aus der Arbeitswelt

Eigene Erfahrungen mit dem Klientel

Im Nachhinein war die Arbeit bei McDonald´s eine ganz lustige Erfahrung. Manchmal war es auch interessant, die Kunden zu beobachten. Hier mußte natürlich, wie sollte es anders sein, auch alles schneller gehen. Kaum hatte ein Kunde das Restaurant betreten, mußten wir ihn auch schon ansprechen: "Can I help you?" oder "Service on this til". Stand jemand außer Hörweite konnten wir auch brüllen. Sehr viele Kunden fingen erst mal an zu diskutieren, was sie nehmen sollten. Im Durchschnitt wurde fünf Minuten besprochen bevor etwas bestellt wurde.
Mir persönlich gefiel am Besten, wenn jemand etwas bestellte und plötzlich, mitten im Satz, überlegte was er noch nehmen sollte. Das sah so aus: "Can I have a Bic Mac and a aaah ....., gefolgt von einem langen Schweigen und der Kunde starrte mit offenem Mund auf die Menü-Tafel, wie ein Schüler auf eine Rechenaufgabe, die er nicht lösen kann. Ich mußte mich oft zusammenreißen, daß ich nicht laut loslache. Aber es sah wirklich furchtbar komisch aus.

Deutsche Touristen erkannte ich auch immer sofort. Die Standardbestellung eines deutschen Touristen: "One Pommes, please". Da konnte ich mir das Lachen nicht mehr verkneifen. Meine Mutter hatte in Amerika auch mal versucht "Two Pommes frites" zu bestellen. Wir waren in Detroit in einem Shopping Center, und die Kellnerin hat uns ziemlich blöd angesehen. In England sagt man zu Pommes Frites "Chips", die Kartoffelchips sind "Crisps", da aber McDonald´s eine amerikanische Fast-Food Kette ist benutzt man hier oft den amerikanischen Ausdruck "Fries" (von French Fries).

Einmal kamen zwei junge Damen, die sich auch noch nicht einig waren, sie hatten Probleme mit dem Englischen und da ich merkte, daß sie aus Deutschland kommen, sagte ich sie könnten auch auf Deutsch bestellen. Sie waren wirklich froh. Zwei Amerikaner haben mal versucht mir eine zehn Dollar Note anzudrehen, und fielen aus allen Wolken als ich sagte, sie müßten in Pfund bezahlen.

Interessant waren außerdem die Aufstiegschancen bei McDonald´s Restaurants Limited. Für mich ist es sowieso schon ein Rätsel, wie man sich dort um eine Managerposition bewerben kann.
Es gibt zwei Bereiche, in denen man als Crew Member anfängt: An der Kasse oder in der Küche (Burger Zubereitung). Die erste Beförderung ist die zum Lobby Host oder zur Lobby Hostess. Die Bezeichnung klingt zwar nicht schlecht, aber die Aufgaben eines Lobby Host´s bestehen darin, den Müll den die Kunden liegen lassen wegzuräumen, Müllsäcke zu leeren und alles zu putzen (inklusive der Toiletten). In diesem Unternehmen muß man erst befördert werden, um den Müll rauszubringen und die Toiletten zu putzen. Aber die Tätigkeiten wie kassieren, Essen zubereiten kann jeder ohne große Erklärungen machen. Ist man Lobby Host kann man zum Trainee Manager und später zum Manager aufsteigen. Das bedeutet aber nicht, daß man keine Toiletten mehr putzen muß.

Als ich wieder in Deutschland war und mir mal einen Cheeseburger bei McDonald´s holen wollte, und Ewigkeiten in der Schlange warten mußte, die Mitarbeiter furchtbar langsam waren, habe ich darauf gewartet, daß ein Manager anfängt zu brüllen: "Schneller, die Schlangen sind viel zu lang." Aber nichts passierte und das war total ungewohnt.

SG

jt

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