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Eine eigentümliche Arbeitsmöglichkeit

Haufenweise Arbeitsangebote

Homework, wirklich eine Chance?

Bei meiner Jobsuche bin ich noch über eine andere Sache gestolpert: Homework! Arbeiten von zu Hause aus. Aber Vorsicht bei den Homework Angeboten!
Die Zeitungen und die Schaufenster der News Agents sind voll von Homework Angeboten. Angeblich verdient man bis zu 300 Pfund pro Woche. Das stimmt aber nicht, es wird nur versucht den Leuten Geld abzuknöpfen.

Es fängt schon damit an, daß man, um nähere Informationen zu bekommen, einen adressierten und frankierten Rückumschlag (SAE, self addressed envelope) an die betreffende Adresse schicken muß. Häufig sind es Privatadressen. Ich habe mich an zwei verschiedene Adressen gewendet, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Die erste "Firma" war Beckett (U.K.) Limited. In der Zeitung stand man verdient 5 Pfund in der Stunde, in England ein überdurchschnittlicher Stundenlohn. Auf meine Anfrage bekam ich einen vorgedruckten Brief, in dem stand, daß die Nachfrage nach Homework groß ist und diese sogenannte Firma eine besonders große Nachfrage hat.
Wer aber trotzdem Glück hat und genommen wird müßte Briefe in Umschläge verpacken. Es gab noch eine "zweite Chance" in Form eines Bestellvordruckes für ein Buch mit über Hundert freien Stellen für Arbeit von zu Hause aus. 8 Pfund sollte es kosten, und wer innerhalb von 7 Tagen bestellte, hatte angeblich die Garantie das er auf jeden Fall Arbeit bekommt. Wer nach zwei Wochen mit Hilfe dieses Buches nichts passendes fand, sollte von Beckett ein Angebot bekommen (Seite 65).

Bezahlen um einen Job zu bekommen? Mir kam das Ganze spanisch vor. Ich habe nur die Bewerbung für das Briefe in Umschläge verpacken abgeschickt. Das war kostenlos.
Wie zu erwarten war, wurde aber nichts daraus. Nach ungefähr zwei Monaten bekam ich wieder einen vorgedruckten Brief, ich wäre auf der Warteliste und könnte Anfang nächsten Jahres für Beckett arbeiten (siehe Seite 66). Bei dem Schreiben war wieder der Bestellvordruck für die zweite Chance, mit Garantie. Ohne mich, dachte ich. Das ist doch paradox, ich suchte einen Job um Geld zu verdienen und nicht um noch draufzuzahlen Nachdem ich auch diese Chance nicht wahrnahm, habe ich nie wieder etwas von Beckett (U.K.) Limited gehört.

Es war ja auch klar was ihre Absicht ist, sie wollen die Leute dazu bringen ihnen 8 Pfund zu schicken. Und diese seltsame Garantie, wer zahlt hat die Garantie sofort einen Job zu bekommen, wer nicht zahlt kommt auf die Warteliste für einige Monate, eine Warteliste die bestimmt nicht mal existiert, für einen Job den es nicht gibt. Hätte ich bezahlt, wäre das unter Garantie ein Reinfall geworden, genau wie bei D.M.C. Publications, die zweite Adresse die ich anschrieb. Die Adresse habe ich im Schaufenster des News Agents neben der Earls Court Station entdeckt.

Auch von D.M.C. bekam ich ein vorgedrucktes Schreiben mit Bewerbungsbogen auf der Rückseite. In diesem Schreiben stand, man müßte Umschläge adressieren, und es gab angeblich keine Grenzen für die finanzielle Freiheit beim Verdienst. Es wäre ein einfacher Job, und man würde überrascht sein wie leicht diese Arbeit von zu Hause aus ist. Überraschungen hatten sie einige im Angebot bei D.M.C. Publications. Um sicher zu gehen, daß sie es mit seriösen Bewerbern zu tun haben, die auch wirklich an der Arbeit interessiert sind, und um sich selbst zu schützen müßte man 10 Pfund mit der Bewerbung mitschicken. (Das war schon mal die erste Überraschung) Das Geld würde man, laut Schreiben, nach den ersten 50 Umschlägen zurückbekommen. Da war dieser Fall für mich schon erledigt. Ich dachte die kassieren die 10 Pfund und melden sich nie wieder.

So ist es allerdings doch nicht. Der Trick funktioniert etwas anders. Eine Bekannte aus meiner Schule hatte das gleiche Schreiben von der gleichen "Firma" bekommen, und sie hat sich entschieden es zu tun. Da mich das interessiert hat, habe ich von ihr erfahren wie es weiterging. Nachdem sie das Geld eingeschickt hatte, bekam sie von D.M.C. Publications eine Arbeitsanweisung und kleine vorgedruckte Kärtchen. Auf den Kärtchen stand dasselbe wie in der Anzeige auf die wir uns gemeldet hatten, und die in vielen Schaufenstern von News-Agents hing:
WORKING FROM HOME, ADDRESSING ENVELOPES... Unten war Platz um eine Adresse einzutragen. Meine Schulkollegin sollte jetzt, die Karten mit ihrer Adresse versehen, in Schaufenstern plazieren oder auch in Zeitungen inserieren, die Kosten für die Anzeigen sollte sie selbst übernehmen. Die zweite Überraschung: Die adressierten Rückumschläge, die die Leute ihr auf die Anzeigen hin zuschicken würden sollte sie sammeln, und wenn sie eine gewisse Anzahl zusammen hatte an D.M.C. Publications schicken. Für jeden Umschlag würde sie einen geringen Geldbetrag von ein paar pence bekommen. Noch eine Überraschung! Diese Tätigkeit kann man nicht mal selbst beeinflussen, und man wird nicht für eine Leistung bezahlt. Angenommen die Leute schicken keine Umschläge, das bedeutet es gibt kein Geld, die 10 Pfund sind auch weg und außer Spesen nichts gewesen.

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, daß man mit einem dieser Homework Angebote Geld verdienen kann. Es werden zwar Versrechen von super-hohen Verdienstmöglichkeiten gemacht, aber die Realität sieht anders aus. Der super einfache Job entpuppt sich als unmöglich, wenn er überhaupt existiert. Wer sich trotzdem für eine Tätigkeit dieser Art interessiert, sollte vorsichtig sein, und auf keinen Fall Geld zu diesen Unternehmen schicken.

Das geht immer daneben, denn statt Geld zu verdienen wird man Geld los, das man bestimmt nicht wieder sieht.
Ich habe meine Schulkollegin auch gewarnt und ihr geraten kein Geld dort hinzuschicken. Ihr war es egal "Sind doch nur 10 Pfund" hat sie gesagt. Ich gehe mit 10 Pfund lieber 2x ins Kino, anstatt sie irgendwelchen dubiosen Geschäftemachern zu schicken, die davon leben Leute auszunehmen. Es gibt sicher auch seriöse Homework-Unternehmen, aber bevor man die aufgetrieben hat, geht man besser gleich zum nächsten Jobcentre.

SG

jt

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