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Frühstück und andere Katastrophen
Die Nachteile werden immer deutlicher
Der erste Eindruck weicht der Wirklichkeit
Am ersten Morgen machte ich mich auf die Suche nach dem Frühstücksraum, da das Frühstück im Preis mit inbegriffen war. Es war aber kein Raum zu finden, denn es gab gar keinen. An der Rezeption wurde mir gesagt, man müßte sich sein Frühstück selbst aus der Küche holen, und es mit in sein Zimmer nehmen und dort essen (auf dem Bett oder auf dem Fußboden, Tische gab es nicht). Ich ging also runter in den Keller und fand die winzige Küche.
Das Frühstück bestand aus weißem Brot (ungetoastet, der Strom für den Toaster hätte bestimmt zuviel Stromkosten verursacht), Butter, Orangenmarmelade und Kaffee. Alternativen für Gäste, die diese angebotenen Köstlichkeiten nicht mochten, gab es nicht. Ich beschloß gleich nach dem ersten Frühstück, für den Rest meines Aufenthalts, auf das reichhaltige Frühstücksbüffet zu verzichten.
Das war aber noch lange nicht alles, die Probleme fingen erst an: Als nächstes mußte ich feststellen, daß keine der drei Steckdosen in meinem Zimmer funktionierte, und am Abend fiel die angebrachte Gardine samt Stange wieder runter. Ich ging zur Rezeption, wo mir nur mitgeteilt wurde, morgen würde sich jemand darum kümmern. Ich mußte wieder selber etwas konstruieren, weil die Laternen von der Straße hell durchs Fenster leuchteten. Mein Provisorium hielt auch nur bis zum nächsten Morgen. Als am Abend des selben Tages immer noch niemand die Gardine wieder aufgehängt hatte, begann ich zu bereuen, daß ich für vier Wochen gebucht und auch schon bezahlt hatte. Das gemütliche Hotel verwandelte sich langsam in ein Irrenhaus.
Ich war ziemlich sauer, als ich wieder zur Rezeption runterging. Da der Mann dort auch nicht wußte was zu tun war, bot er mir ein anderes Zimmer an. Das Zimmer lag im ersten Stock, es war etwas größer, da es eigentlich ein Dreibettzimmer sein sollte. Ich habe eingewilligt das Zimmer zu tauschen, wenn das dritte Bett, daß an der Wand stand, rausgenommen würde. Der Mann an der Rezeption sagte das geht in Ordnung, er würde für die Tagesschicht eine Nachricht hinterlassen. Zur Sicherheit sollte ich aber am Morgen noch mal selbst Bescheid sagen, damit es nicht wieder verschlampt würde, wie bei der Gardine. Das tat ich auch, aber das Bett war am Abend immer noch da. Es muß daran gelegen haben, daß dieses Hotel nicht nur einen zweit- oder drittklassigen Service hatte, sie hatten gar keinen Service.
Mir war zu diesem Zeitpunkt schon fast alles egal, ich wollte nur noch meine Ruhe. Ich wollte deswegen auf keinen Fall jeden Tag zur Rezeption rennen. Dann blieb das verdammte Bett eben an der Wand stehen. Ich hatte keine Lust, mich in den verbleibenden drei Wochen ständig aufzuregen. Das war mir die Sache wirklich nicht wert.
Ich hatte dann sogar einige Tage Ruhe. Ich hatte zwar die Schnauze voll von dem idiotischen Hotel, aber wäre nichts weiter passiert, hätte ich die restlichen drei Wochen dort bestimmt einigermaßen ausgehalten.
SG
jt
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