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Wohnen bei Privatfamilien

Wenig Privatsphäre bei Privatfamilien

Mit Glück bist du dabei

Ich fand die Idee mit dem Familienanschluß bisher immer ganz gut. Bei den beiden Sprachreisen, die ich gemacht habe, wohnte ich auch bei Privatfamilien. Aber es ist ein Unterschied, ob man in den Ferien für drei Wochen bei dieser Familie wohnt, oder ob man als Untermieter dort lebt.

Vor dem Einzug in das Bedsit wohnten Cirami und Siva bei Privatfamilien. Diese Wohnmöglichkeit kennt man auch als Lodgings. Ich kann hier nur auf die Erfahrungen von Freunden und Bekannten zurückgreifen, da ich es nie selbst ausprobiert habe. Man muß Glück haben mit den Leuten bei denen man zur Untermiete wohnt.

Die Familie bei der Cirami und Siva zuerst wohnten, war kein Glücksfall. Das Zimmer war nicht schlecht, nicht besonders groß, aber durchaus in Ordnung. Aber die Beiden durften die Küche nicht benutzen. Sie mußten extra eine Mikrowelle kaufen, da sie schließlich nicht jeden Tag auswärts essen konnten.
Außerdem hatte das Ehepaar bei dem sie wohnten, nur ein Badezimmer und sieben kleine Kinder, was unweigerlich morgens zu einen Gedränge führte. Siva wohnte erst alleine dort, und als Cirami einzog, haben sie die Miete verdoppelt. Diese Familie hätte das Zimmer doch selbst gut gebrauchen können. Die Kinder mußten statt dessen im Wohnzimmer auf der Couch oder bei den Eltern im Zimmer schlafen.
Hätte die Familie das Geld nötig gebraucht, wäre es verständlich gewesen, daß sie vermieten, aber Armut kann es nicht gewesen sein. Cirami erzählte mir, daß die Familie ein Restaurant besitzt, dieses haben sie für ein oder zwei Wochen geschlossen, nur damit der Vater sich irgendwelche Sportereignisse im Fernsehen ansehen konnte. Merkwürdig fand Cirami auch, daß immer nachdem sie die Miete bezahlt hatten, die ganze Familie für ein oder zwei Tage verschwand. Als die Mutter auch noch anfing in ihren Sachen rumzuschnüffeln wenn sie nicht da waren, sind sie ausgezogen.

Sie zogen wieder als Untermieter zu Privatleuten. Die Beiden wohnten dann bei einer alleinstehenden Frau mit erwachsenem Sohn. Cirami und Siva durften jetzt sogar die Küche benutzen, vorausgesetzt die Frau hatte keinen Besuch und belegte selbst den ganzen Tag die Küche. Die Dame störte, wenn Cirami und Siva die ganze Nacht für ihre Prüfungen lernen mußten und das Licht brennen ließen. Sie schaltete mehrmals den Strom ab, weil es sie störte. Da man nachts im Dunklen schlecht lernen kann, war diese Unterkunft auch nicht das Richtige.

Natürlich kann man an eine nette Familie geraten, so wie Todd´s, meine Gastfamilie aus Devon, man kann aber auch bei einer Familie landen, der man dankbar sein muß wenn man die Toilette benutzen darf. Einige Bekannte aus meiner Schule wohnten auch bei Privatfamilien. Die Mehrzahl ist nach ein paar Monaten ausgezogen, obwohl am Anfang alle ganz begeistert waren. Auf Dauer ist es oft doch nicht das Richtige.

Es geht eben nichts über eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus. In London kann man sich das aber nur leisten, wenn man entweder Geld hat oder sich mit mehreren eine Wohnung teilt.

SG

jt

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